Wehen-Einleitung

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Wehen-Einleitung

Geburtseinleitung – wenn es Zeit wird

Ab der 41. Schwangerschaftswoche kann die medizinische Einleitung der Wehen sinnvoll sein. So können Mutter und Kind vor gesundheitlichen Risiken, wie z.B. einer Unterversorgung des Kindes, geschützt werden. Auch aus medizinischen Gründen, wie z.B. bei Störungen in der Plazenta, bei Mehrlingsschwangerschaften oder Diabetes, kann ein Grund zur medizinischen Einleitung der Geburt gegeben sein.
Je nach Grund gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geburtswehen medizinisch einzuleiten.

Medizinische Einleitung von Wehen

Ablösung des Eipols – Eipolablösung
Per Hand wird die Fruchtblase vorsichtig vom Gebärmutterhals gelöst. Dies führt zur Freisetzung von weheneinleitenden Prostaglandinen. Dieser Vorgang kann schmerzhaft sein, es besteht aber kein erhöhtes Infektions- oder Kaiserschnittrisiko.

Eröffnung der Fruchtblase – Blasensprengung
Diese Maßnahme wird heutzutage nur noch selten eingesetzt. Dabei wird die Fruchtblase von Hand eingeritzt, so dass das Fruchtwasser abläuft. Dieser Vorgang setzt ebenfalls Prostaglandine und somit die Wehentätigkeit frei. Die Prozedur ist schmerzlos, jedoch besteht ein steigendes Risiko in Bezug auf Infektionen und Probleme mit der Nabelschnur. Die Entbindung muss kurzfristig auf die Öffnung der Fruchtblase erfolgen, da das Infektionsrisiko zunehmend steigt.

Gabe von Prostaglandinen
Prostaglandine sind im Körper natürlicherweise vorkommende Hormone, die die Wehentätigkeit auslösen und unterstützen. Ist der Muttermund noch nicht weit genug geöffnet bzw. noch nicht reif genug, werden diese in künstlicher Form in die Vagina an den Muttermund verabreicht. Die Gabe von künstlichen Prostaglandinen kann zu Nebenwirkungen, wie z. B. Fieber und Erbrechen führen. Ebenso kann es sein, dass es zu schmerzhaften Wehen kommt, die Geburt an sich aber nicht voranschreitet und weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Prostaglandine stehen in  folgenden Darreichungsformen zur Verfügung: als Tabletten, Gele, Intrazervikalgele und Inserts.

Geburtseinleitung mit Oxytocin
Die Geburtseinleitung mit Oxytocin ist heutzutage die Methode der Wahl zur Geburtseinleitung bei einem reifen Muttermund. Oxytocin ist ein im Körper natürlich vorkommendes Hormon, das die Wehen auslöst. Die Gabe von Oxytocin kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Der Wehentropf sorgt für eine kontinuierliche Freisetzung des Hormons im Körper. Die Bewegungsfreiheit der Schwangeren ist während des Wehentropfs jedoch eingeschränkt.

Einleitung von Wehen auf die sanfte Art

Ist der Geburtstermin überschritten oder bestehen gesundheitliche Gründe, muss bei der Einleitung der Geburt nachgeholfen werden. Werdende Eltern können die Geburtseinleitung durch verschiedenste Maßnahmen und Tricks unterstützen. Die jeweiligen Maßnahmen dürfen aber nur in direkter Absprache mit Ihrer Hebamme und Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin angewendet werden. Nur sie können beurteilen, ob eine Geburtseinleitung und die jeweilige Methode notwendig und mit geringstmöglichem Risiko behaftet ist. Zudem müssen einige wehenfördernde Maßnahmen unter ärztlicher Aufsicht und CTG-Kontrolle erfolgen.

Ein warmes Bad
Ein warmes Bad kann wehenfördernd wirken. Zur Unterstützung können wehenfördernde ätherische Öle hinzugegeben werden. Ihre Hebamme kann Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Aromatherapie, homöopathische Mittel und Kräuter
Auch bei der Aromatherapie, homöopathischen Mitteln und Kräutern kann Ihre Hebamme hilfreiche Anregungen und Tipps geben, welche Kombinationen von Kräutern und ätherischen Ölen wehenfördernd wirken können.

Spazieren gehen
Körperliche Bewegung kann die Wehentätigkeit unterstützen und fördern. Besprechen Sie sich aber unbedingt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme, ob dies für Sie zutreffend und z. B. Ihr Kreislauf stabil genug dafür ist.

Einlauf
Durch die Darmbewegungen im Zuge der Darmentleerung können bei manchen Frauen die Wehen ausgelöst werden.

Stimulation der Brustwarzen
Die Stimulation der Brustwarzen kann zu einem Zusammenziehen der Gebärmutter und daraus resultierend zu spontanen Wehen führen.

Geschlechtsverkehr
Die Samenflüssigkeit enthält natürliche Prostaglandine, die die Wehentätigkeit einleiten und unterstützen können. Zu beachten ist, dass die Fruchtblase noch intakt sein sollte. Am besten halten Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin Rücksprache.

Bitte berücksichtigen Sie, dass diese Maßnahmen nicht immer funktionieren und dann eine medizinische Einleitung erfolgen muss. Besprechen Sie die Möglichkeiten und Wege auf alle Fälle mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin und Ihrer Hebamme.